Retro Classics 2024 in Stuttgart
Die 23. Ausgabe der Retro Classics vom 25. bis zum 28. April 2024 war vom Wetter begünstigt: Nach kalten und regnerischen Wochen brachen die Vorboten des Frühlings durch und brachten (fast) trockenes Wetter, Sonnenschein und milde Temperaturen. In diesem Jahr war das Platzangebot der Messe nochmal reduziert: Von den insgesamt 10 Hallen belegte die Messe nur die Hallen 1, 3, 5, 7 und 9 auf der Nordseite und die Halle 6 auf der Südseite des Geländes. Es ist aber der Eindruck entstanden, dass die recht stattlichen Mietpreise für Ausstellungsflächen vor allem bei den gewerblichen Ausstellern Zurückhaltung erzeugt haben. Andererseits haben die präsenten Anbieter dann ihre gemieteten Flächen teilweise so mit Fahrzeugen vollgestellt, dass kaum noch ausreichend Platz für die Besucher vorhanden gewesen ist. Es waren auch große Lücken in manchen Hallen zu sehen, die nicht an Aussteller
vermietet werden konnten
Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen zeigte sich die Messe deutlich überschaubarer als in den Jahren vor der Pandemie. Mehr als 70.000 Besucher kamen nach Angaben des Veranstalters in diesem Jahr nach Stuttgart und sahen mehr als 2.000 Klassiker sowie Dienstleistungen von Herstellern, Händlern und Clubs. Bereits am Donnerstag wurde der Messebeginn mit der RETRO NIGHT in der Halle 1 gefeiert. Die Partyband „RACE CATS“ sorgte mit Hits aus den 50-er und 60-er Jahren für gute Stimmung und ab 18:30 Uhr gab es einen Begrüßungstalk
und Benzingespräche.
Die Messeschwerpunkte waren in diesem Jahr:
In der Ausstellung „Tiefer, breiter, schneller – Tuning-Ikonen der 80er und 90er Jahre“ wurden Fahrzeugumbauten aus den 80er und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt. Damals ging Individualität über alles und so entstanden Umbauten, die heute (leider) nicht mehr in die Zeit passen würden. Da wurden Karosserien verbreitert, riesige Front- und Heckspoiler angesetzt und das so entstandene Werk in grellen Farben lackiert.
Gleich in der Halle 1, Stand G 50, erfreuten sich die BMW-und Rennsport-fans am Siegerfahrzeug des 24-Stundenrennens von Spa Francorchamps 2018, dem BMW M6 GT3.
Im Atrium am Eingang Ost wurde eine stattliche Anzahl von Fahrzeugen der Marke Bitter gezeigt. Diese verbinden Opel-Technik mit exklusiven Karosserien. Die Firma Bitter saß zwar in Schwelm, beauftragte jedoch zur Herstellung der Karosserien bekannte Firmen wie Karosserie-Baur in Stuttgart oder Keinath in Dettingen / Erms.
In diesem Jahr standen 4 Jubiläen an, die sich in Sonderausstellungen präsentierten:
70 Jahre MB-Flügeltürer:
Offizielle Typ- Bezeichnung „W 198“, jedoch weltbekannt als „Flügeltürer“. Der Mercedes-Benz 300 SL wurde im Februar 1954 auf der „International Motor Sports Show“ in New York erstmals vorgestellt.
60 Jahre Ford Mustang:
Im Frühjahr 1964 präsentierte die Ford Motor Company den Ford Mustang, der sich signifikant von der Masse der amerikanischen Automobile abhob. Er wurde vom ersten Tag an ein Riesenerfolg und begeisterte vor allem die jugendlichen Käufer.
50 Jahre Porsche Turbo:
1974 zeigte der Sportwagenhersteller auf der Messe in Paris den ersten Serien-911 Turbo, der – porschetypisch – vom Rennsport in die Serie gekommen ist. Eine ganz besonderer Porsche ist das erste Exemplar, zugleich ein Unikat: Der Porsche 911 Turbo „Nr. 1“, den Louise Piëch im Sommer 1974 zu ihrem 70. Geburtstag erhielt.
50 Jahre Citroen CX:
Zum 50-jährigen Jubiläum des Citroen CX war der CX-Club mit mehreren dieser außergewöhnlichen Fahrzeuge auf der RETRO CASSICS vertreten. „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ – Erich Honeckers Citroen CX als ein Stück deutscher Geschichte war am Stand des Citroen CX Clubs in Halle 5 zu bewundern und Erich outete sich als Mensch mit Auto-mobilverstand. Neben einem Querschnitt durch die Modellpalette war auch ein Schnittmodell mit der Hydropneumatik dieses Fahrzeugs zu sehen.
Das Polizeimuseum Stuttgart zeigte in der Halle 3 die Ausstellung „Von der Harley bis zum E-Bike – neun Jahrzehnte Polizei-Motorräder“. Ab den 1940ern war aus jeder Dekade mindestens ein typisches Polizei-motorrad zu sehen. Unter anderem stellte die amerikanische Besatzungsmacht unmittelbar nach dem Krieg zehn Harley-Davidson für die Autobahnpolizei zur Verfügung. Ein Exemplar hat überlebt und wurde restauriert. In der Folgezeit fuhr die Polizei nicht nur BMW, sondern auch NSU Quickly und die weitaus stärkere Supermax. Einen Blick in die Zukunft erlaubte die aus Amerika stammende ZERO SR, mit der die Einsatzmöglichkeiten für Motorräder
mit Elektrontrieb getestet werden.
Technische Hilfeleistung bei der Feuerwehr: Neben einem großen Rüstkranwagen wurde eine imposante Drehleiter aus den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts und einige kleine und geländegängige Schnellbergungswagen gezeigt. Dazu informierte der Stand über historische Exponate in Vitrinen, einer Werbewand.
Retro Classics 2022 in Stuttgart
Noch beim letzten Termin waren nahezu alle Hallen von der Retro Classics belegt. Nicht so in diesem Jahr: Die Hallenflächen mussten mit anderen Nutzern geteilt werden und für unsere Messe standen lediglich die Hallen 1, 3, 5, 7 und 10 zur Verfügung. Unverändert stand im Außenbereich die Messepiazza am Osteingang als Verkaufsfläche für private Verkäufer klassischer Fahrzeuge zur Verfügung. Vergünstigte Parkflächen für Besucher, die mit dem eigenen Klassiker anreisten, standen auf der Messepiazza West bereit, wodurch eine zusätzliche Ausstellungsfläche für klassisches Blech entstand. Parkprobleme sind in Stuttgart nicht zu erwarten: Wenn das riesige BOSCH-Parkhaus voll ist, stehen zahlreiche Parkhäuser des neben dem Messegelände liegenden Flughafens zur Verfügung. Nicht zuletzt kann auch die in Stuttgart optimale Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr erwähnt werden. In den Hallen 4, 6 und 8 fanden die Aussteller der Messen "Haus-Bau-Energie", "i-mobility" (Elektromobilität vom Fahrrad bis zum Automobil), "Garten Outdoor Ambiente", "Fair handeln" und "Markt des guten Geschmacks" (Slow Food) ihren Platz und die Halle 9 war von ukrainischen Geflüchteten belegt, von denen wir während der ganzen Messetage nichts bemerkt haben.
Unser Standplatz lag in der Halle 7. Gemeinsam mit dem Isetta-Club und dem GLAS-Club hatten wir eine zusammenhängende Standfläche neben dem offiziellen BMW-Stand belegt. Das hatte für die beteiligten Clubs den Vorteil einer selbständigen und individuellen Gestaltung und die Möglichkeit, unseren Biergarten in ausreichend großem Umfang einzubringen.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm wurde den Besuchern angeboten, darunter Autogrammstunden mit Jochen Maas, Dr. Fabio Lamborghini und Walter Röhrl. Einen breiten Raum nahmen verschiedene Diskussionsrunden zur E-Mobilität ein. Am Donnerstag bot die "Retro Night" beste Unterhaltung mit dem Kabarettisten Dr. Oliver Tissot und der Musikgruppe "4 at the club". Die Fahrzeugakademie Schweinfurt zeigte bei ihren Vorführungen wertvolle Tipps für die Fahrzeugrestaurierung. Auf dem Stand der Bulldog- und Schlepperfreunde e.V. und AMSC konnten schwere Traktoren in Aktion bewundert werden. Immer wieder fasziniert die Auktion "CLASSICBID" der Auktion & Markt AG, die traditionsgemäß am Samstagnachmittag läuft. Im Minutentakt werden hier Fahrzeuge und Accessoires versteigert oder auch nicht, wenn keine Gebote kommen. Ein umfangreicher und sehr informativer Auktionskatalog erlaubt schon im Vorfeld eine Prüfung; die Versteigerungsgegenstände können während der Messe jederzeit angesehen werden; Probefahrten oder exakte Überprüfungen der Technik sind nicht möglich und man muss sich hier auf die Zusicherungen der Verkäufer verlassen. Auch in diesem Jahr lief die Versteigerung wieder in atemberaubenden Tempo; nach unserem Eindruck wurde mehr als die Hälfte des Angebots erfolgreich versteigert.
Großes Interesse fand der spannende historische Streifzug der Sonderschau „Historische Polizei-Sonderfahrzeuge“ des Polizeimuseums Stuttgart mit rollenden Meilensteinen der Polizeigeschichte.
Die Bugatti-Sonderschau im L-Bank-Forum in der Halle 1 präsentierte eine vollständig aus Originalbauteilen erstellte Rekonstruktion des nur sechs Mal gebauten „Bugatti Royale“ (Typ 41). Da man auf einem Original-Fahrgestell aufbauen konnte, handelt es sich sozusagen um den ‚siebten‘ "Bugatti Royale“. Weitere Exponate waren ein 16-Zylinder-Wagen Typ 45, von dem 1930 lediglich zwei Exemplare entstanden, sowie ein Typ 35C aus dem Jahre 1929.
Zum Verkauf stehende Fahrzeugen wurden von gewerblichen und privaten Anbietern präsentiert. Die gewerblichen Angebote waren über alle Hallen verteilt; der Privatverkauf beschränkte sich auf die Galerie in der Halle 1 und die Halle 10.
Messe Neumünster 2022
Nach zweijähriger Pandemiepause kamen so viele Besucher wie noch nie zu den ersten Klassiker-Tagen seit 2019 in die Holsten-Hallen in Neumünster. Auf 14.000 m² Hallenfläche und knapp 30.000 m² Freifläche präsentierten 120 Aussteller ihre Angebote. Dazu kamen über 2.400 Oldtimer mit ihren Besitzern zur Messe und trugen zu einem wahrhaft gigantischen Automobilmuseum während der Messetage bei.
Leider war unser Club in diesem Jahr nicht beteiligt. Die Messe wurde sehr kurzfristig um eine Woche nach hinten verschoben. Unsere Messemannschaft unter der Führung von Marion und Reiner Wilhelm hatte im Vertrauen auf den ursprünglichen Termin für die Woche danach Urlaub gebucht, der dann nicht mehr rückgängig zu machen war.
Die Messe konnte auch in diesem Jahr mit einigen Höhepunkten:
Mit einjähriger Verspätung stellte der Opel-Händler Barleben aus Lütjenburg wichtige Jubiläen, wie 50 Jahre Manta, Ascona und Calibra in der Sonderausstellung „Opel-Jubiläen“ in Halle 2. Etwa 20 Fahrzeuge und jede Menge zeitgenössische Plakate und Werbematerialien sowie Modelle, Renn- und Mechaniker-Overalls erinnerten an die besseren Zeiten der Marke mit dem Blitz.
Eine sehenswerte Ausstellung von Automobilen der Marke Honda aus den 70-er bis 90-er Jahren erinnerte an die inzwischen weitgehend aus dem Straßenbild verschwundenen Modelle, z.B. Prelude, Accord und Legend-Coupé.
In der Halle 1 stellte der Verband für das KFZ-Gewerbe in Schleswig-Holstein seine
zertifizierten Fachbetriebe vor. Im Freigelände hatte er eine kleine LKW-Ausstellung aufgestelt.t.
Aber auch sonst war eine Menge Unterhaltung geboten:
Die „Kieler Blechmusikanten “und ein Theaterprojekt des Musikers Heinz Ratz erfreuten die Besucher. In einem Automärchen wurde ein Fiat 126p in einen Spion des berüchtigten italienischen Geheimdienstes verwandelt. Ein Volvo-General ätzte (völlig zu Recht) vernichtend über rundgelutschte Kleinwagen, und schließlich wurde ein Punker-Golf neben einen Oberschicht-BMW gestellt. Und damit war BMW doch auf der Messe vertreten. Die Darbietungen wurden mit Witz und Musik vorgestellt.
Die Mitfahraktion des Autohauses Vosswerk aus Moorege fand viel Interesse bei den Besuchern: In einem historischen Jaguar XJ6 wurden Besucher gegen eine Spende für einen guten Zweck durch Neumünster gefahren. Auch für die jüngsten Besucher war gesorgt: Sie konnten sich schminken lassen und/oder auf der Hüpfburg austoben.
Auch der sehr beliebte Oldtimerparkplatz stand in diesem Jahr zur Verfügung: Mit dem Oldtimer anreisende Besucher konnten kostenlos parken und erhielten noch vergünstigten Eintritt zur Messe. Diese Fahrzeuge wurden selbst Teil der Ausstellung. Insgesamt zählte der Veranstalter über 2.400 Besucheroldtimer die aus ganz Schleswig-Holstein,
Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern kamen.
Die eintreffenden Oldtimer wurden von Georg Meyering auf der Rampe vor dem Areal der Württembergischen Versicherung angesprochen. Sein unerschöpfliches Klassiker-Wissen verblüfft die Besucher immer wieder.
Am Messesamstag führte die Sternfahrt von zehn Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg zum Messegelände. Für einen Teilnehmerbeitrag von 40 Euro erhielt man neben Rallyeschild, Roadbook, kleinem Frühstück oder Lunchpaket und zwei Eintrittskarten zur Messe auch eine Tourempfehlung für die Anreise im eigenen Klassiker über landschaftlich schöne Strecken zu den Klassiker-Tagen Schleswig-Holstein. Insgesamt war das eine sehr erfolgreiche Messe. Der nächste Termin ist festgesetzt auf 03. + 04. Juni 2023.

















